Die meterspurige Dampflok "2s"


 

Status: in Aufarbeitung


 

Nach 25 Jahren "Exil" ist die letzte WEG-Schmalspurdampflokomotive der Strecke Amstetten- Laichingen am 12.10.02 wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt.

Vorausgegangen waren lange Verhandlungen mit dem Fahrzeugmuseum Marxzell der Familie Reichert, die mit Verladung und Transport nach Amstetten nun ein gutes Ende genommen hatten.

Die 1901 mit der Fabriknummer 4871 nach Amstetten gelieferte Lokomotive gehörte zu einer Serie von 4 Lokomotiven, die die WEG für Ihre im Bau befindlichen Strecken Amstetten-Laichingen und Gaildorf-Untergröningen bei der Firma Borsig in Berlin-Tegel bestellt hatte.

Nach Abänderung des Gaildorfer Bahnprojektes auf eine Ausführung in Normalspur wurden die dafür vorgesehenen Loks anderweitig untergebracht: Eine kam als 3s nach Laichingen, die vierte wurde an die KWStE für die Strecke Nagold-Altensteig verkauft.

Die an die preußische T3 angelehnten Schmalspurlokomotiven standen in Ausstattung und Ausführung ihren normalspurigen Schwestern um nichts nach: Ein geräumiges Führerhaus, die Ausrüstung mit Westinghouse Druckluftbremse ab Werk und ein Laufwerk mit Dreipunktabstützung lassen die elegante, langgestreckte Maschine im Vergleich zu anderen Schmalspurdampflokomotiven dieser Zeit komfortabel erscheinen.

Mit Einführung des Triebwagenbetriebes schieden die Lokomotiven nach über 50 Jahren aus dem Dienst aus. Die Lokomotiven 1s und 3s wurden 1956 verschrottet, das Fahrwerk der 3s diente als Fahrwerk für einen Schneepflug. Einzig die 2s wurde noch als Reserve aufgehoben und absolvierte ihre letzte Fahrt zum 60-jährigen Bahnjubiläum am 1. Oktober 1961.

Dank des Engagements von Heimatfreunden blieb die 2s aber erhalten und wurde im Laichinger Lokschuppen hinterstellt. Pläne der Stadt Laichingen, die nun von der WEG geliehene Lokomotive unter Dach im Heimatmuseum unterzubringen scheiterten dann aber an der Höhe der Tordurchfahrt...

Notgedrungen entschloss man sich, die Lokomotive als Denkmal bei der Tiefenhöhle aufzustellen; Im Rahmen eines kleinen Festumzuges wurde die Lok am 20. Juni 1964 dort aufgestellt.

Ungeschützt der rauen Witterung ausgesetzt und von Kindern als Spielgerät genutzt, verkam die Maschine dort aber zusehends.

Eine Lösung glaubte man 1977 in der Abgabe an das Fahrzeugmuseum der Familie Reichert gefunden zu haben - nach 13 Jahren Denkmalsdasein wurde die schon arg ramponierte Maschine am 21. Juli 1977 nach Marxzell abtransportiert.

Doch auch dort kam die Maschine nicht unter Dach. Wohl wurde ein Platz für die Lok in einem Hallenneubau fest eingeplant, doch kam es nicht zur Unterstellung dort. Eine äußerliche Sandstrahlaktion und Neulackierung konnte den Eindruck der Lok zwar ein wenig verbessern, die Witterung nagte unter dem Blech aber weiter.

Jahrelanges Nachfragen nach der weiteren Zukunft der Lok brachten zunächst ein zögerliches "Wenn wir sie hergeben dann nur dorthin wo sie herkommt." und dann wiederum einige Jahre später wurde man sich einig.

Allein für eine optische Aufarbeitung als rollfähiges Schaustück müssen bereits fast alle Blechteile erneuert werden. Hierfür erhoffen sich die Alb-Bähnler zunächst technische Unterstützung aus der Region: Von der Nach- bzw. Neuanfertigung fehlender Teile in Lehrwerkstätten bis zu Materialspenden reicht die Wunschliste.

Nicht alles für eine Aufarbeitung Nötige wird auf diesem Wege zu bekommen sein; Um auch Geldmittel für die Aufarbeitung einwerben zu können wurde ein
eingerichtet. Ihre Spende an den Verein Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. Sektion Alb-Bähnle ist unter dem Verwendungszweck "Borsig 4871" von der Einkommensteuer absetzbar.


Technische Daten "2s"
Baujahr 1901, Borsig, Berlin
Spurweite 1.000 mm
Bauart C n2 t
Treib- und Kuppelraddurchmesser 920 mm
Höchstgeschwindigkeit 30 km/h
Länge über Puffer 7.470 mm
Gewicht dienstbereite Lok 28,5 Tonnen
Kesselüberdruck 12 bar

 

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