Eine Reise von Amstetten nach Oppingen

Man findet nur wenige ehemals durchgehende Flußtäler in Nord-Süd-Richtung, welche die Hochfläche der Schwäbischen Alb durchbrechen. Einer dieser Talzüge, der beim Herausbrechen der Weißjura-Albplatte brach und dabei die landschaftsprägende Abrißkante, den Albtrauf, bildete, ist das Talpaar Fils/Lone. Dessen Paß zwischen Geislingen und Amstetten, die "Geislinger Steige", bildet gleichzeitig die niedrigste Stelle des Albtraufs in dieser Region. Damit stellt die Steige (gesprochen: "Staige") einen günstigen, uralten Verkehrsweg dar, den seit 1850 auch die württembergische Hauptbahn Stuttgart - Ulm nutzte. Den eigentlichen Aufstieg auf die Albhochfläche vollbrachten die beiden Zweigstrecken der WEG nach Laichingen und Gerstetten. Die Fahrt nach Laichingen zeigte dabei zwei herausragende Landschaftselemente der Alb: Erst ein enges, wasserloses Tal, dann die weite, sanftkuppige Flächenalb auf der Höhe.

In Amstetten nimmt die Fahrt gegenüber dem Bahnhof der Hauptbahn ihren Ausgang. Das Alb-Bähnle rollt zunächst südlich, parallel zur Hauptbahn in Richtung Ulm und überquert dabei die Verbindungsstraße nach Amstetten-Dorf. Drüben mag gerade ein stolzer Schnellzug vorüberrauschen, dessen Reisende sich für einige Sekunden erstaunt die Nasen an der Scheibe plattdrücken. In einem Bogen durchstechen wir in tiefem, kurzen Einschnitt eine Geländenase, deren helles Weißjuragestein die geologische Beschaffenheit der Alb offenbart. Anschließend schwenkt das Zügle in einer großen S-Kurve nach rechts zum sich verengenden Duital ab. Links schiebt sich das große Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG und die Landstraße nach Nellingen ins Bild, rechts zeigt sich ein typisches Attribut der Alb, ein mit schlanken Säulenwacholdern bestander Trockenrasenhang. Vielleicht taucht auch eine Herde Schafe auf, denn nur durch das regelmäßige Beweiden dieser Flächen halten die Tiere alle anderen Sträucher außer dem dornigen und bitteren Wacholder kurz, so daß dieser seine elegant-düsteren Wuchsgestalten bilden kann.

Ein Pfiff der Lok macht uns auf den kommenden Bahnübergang des nächsten Verbindungsweges nach Amstetten-Dorf aufmerksam, der hinter dem zweiten Felseinschnitt liegt. Hier befand sich in den ersten Betriebsjahren die Ladestelle Amstetten Steinbruch.

Während auf einem kurzen Damm ein Seitental überquert wird, weicht das lustige "wuschwusch" unseres Zugpferdes einem angestrengten, harten "wuff-wuff", denn die bisher nur leicht angestiegene Strecke tritt jetzt in den Steilstreckenabschnitt ein. Es gilt, rund 50 Tonnen Zuggewicht in der Steigung von 1:35, das ist ein Meter Anstieg auf 35 Längenmeter (2,9 %) in Bewegung zu halten. Über den Schnellzug von vorher würde die 99er wohl nur lächeln, denn die vielgerühmte Geislinger Steige hat nur eine Neigung von 1:43 (2,3 %), und außerdem: Werde Du, liebe Schnellzuglok, erst einmal über 100 Jahre alt . . .

Nach Passieren eines weiteren Einschnittes hat sich die Szenerie stark verändert: Das stille, von keinem Gewässer oder Weg durchzogene Duital hat uns ganz aufgenommen, und am oberen Rand des Sonnenhangs fügt sich der Bahnkörper mit dem weißen Schotterbett so schmal und unauffällig ein, als würde er schon immer dazugehören. Wer für die weitere Ausdehnung des Straßenverkehrs mit "umweltfreundlichem" Straßenbau oder "lärmarmen" Fahrzeugen plädiert, überzeuge sich hier, wie verträglich und harmonisch sich nur die Eisenbahn in die Umwelt einfügen kann. Ein Wort zur Dampflok: Was dem Kamin entsteigt, ist hauptsächlich Wasserdampf, je nach Betriebszustand vermischt mit Kohlenrußpartikelchen, praktisch jene Emmission, die auch beim Abbrennen eines Holz- oder Kohlefeuers entsteht. In ihrer Art und vor allem in der Größenordnung sind diese Hinterlassenschaften relativ unbedenklich.

Bevor sich das Tal vollends zu einer dunklen Waldklinge verengt, beunruhigen uns vielleicht die Bremsen - nicht die des Zuges (die sind geprüft), sondern jene am Waldrand herumschwirrenden Stechinsekten, die das Züglein mit seinem Inhalt als willkommenes rollendes Büffet zu betrachten scheinen; jedoch wird deren Eifer dank der Rauchschwaden gedämpft. Schließlich weicht der Wald zurück, wir queren den Fahrweg nach Reutti, und das Tal weitet sich mit Wiesen und einzelnen Gehölzgruppen zu einem immer größeren Panorama. Wie ein grüner Tunnel wölben sich für einige Augenblicke kräftige Buchenkronen über den Wagendächern. Mit geschwungener Linienführung folgt das Gleis jetzt dem linken Talrain, während der Wald weit zurückgetreten ist. Nochmals tritt links dunkler Nadelwald, rechts ein Hügel dicht an die Bahn heran, dann kommt ein Fachwerkbau in Sicht: Die heutige Endstation Oppingen. Über dem endlos erscheinenden Horizont wallender Ähren schiebt sich links ein roter, spitzer Dachgiebel empor: Der Oppinger Kirchturm kündet von der Existenz des Dorfes. Jetzt wird auch der Bahnhof in seiner bescheidenen Ausdehnung richtig erkennbar: Zwei Gleise, ein ebenso architektonisch ansprechendes wie winziges Riegelfachwerkhäuschen mit schiefergedecktem Krüppelwalmdach, Wartehalle und angebautem Güterschuppen - der Substanz gewordene Wunschtraum eines phantasiebegabten Spielzeugeisenbahners, wie es scheint, jedoch Zeugnis einer vergangenen Ingenieurbaukunst, die den Anspruch absoluter Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit noch mit dem der Gefälligkeit und menschengerechten Gestaltung zu verbinden wußten.

Ankunft

Soeben ist der Zug in Oppingen eingefahren. Die Reisenden genießen noch den Hauch Nostalgie, der über dem Bahnhof liegt. Manche starten zu einer Wanderung durch die reizvolle Gegend (siehe auch unsere Service-Seiten mit Wanderungen ab Oppingen: Dampfbahn-Wanderweg 1Dampfbahn-Wanderweg 2Dampfbahn-Wanderweg 3 | Dampfbahn-Wanderweg 4). Andere nutzen die Zeit bis zur Rückfahrt, um sich in unserem Vereinsheim zu stärken.

Foto: (c) Daniel Saarbourg

"Oppenga", ruft jetzt der Schaffner, "Oppenga", denn mit quietschenden Bremsen sind wir am Bahnsteig angekommen. Ausgerechnet die früher unbedeutendste Station der Laichinger Bahn bildet jetzt den Endbahnhof und ist in aller Munde! Nur einmal zuvor, Mitte der dreißiger Jahre beim Autobahnbau, war hier etwas geboten: Eine starke, eigens von der Härtsfeldbahn ausgeliehene Lok brachte schwere Güterzüge mit Baumaterial bis Oppingen, wo sie von einer regulären Laichinger Maschine übernommen und bis zur Baustelle bei Nellingen geschleppt wurden, denn dort bestand eine eigens angelegte Güterladestelle.

(Aus: Das Alb-Bähnle, von Hans-Joachim Knupfer)

Beförderungsbedingungen

Ulmer Eisenbahnfreunde eV • Schmalspurbahn Amstetten-Oppingen

zur Durchführung von Dampfzugfahrten auf der Schmalspurbahn Amstetten-Oppingen, "Alb-Bähnle" gültig ab 1.5.2012

§ 1    Geltungsbereich

1. Die Beförderungsbedingungen gilt für die Beförderung von Personen, Sachen und Tieren mit Dampfzügen auf der Schmalspurbahn der Ulmer Eisenbahnfreunde eV zwischen Amstetten und Oppingen.

2.    Der Fahrgast schließt den Beförderungsvertrag mit dem Verkehrsunternehmen ab, das den Fahrgast befördert.

3.    Die Beförderungsbedingungen und Tarifbestimmungen zur Durchführung von Dampfzugfahrten werden mit dem Einstieg in das Fahrzeug, dem Betreten der besonders gekennzeichneten Betriebsanlagen sowie mit dem Betreten der Bahnanlagen Bestandteil des Beförderungsvertrags.

§ 2    Anspruch auf Beförderung

1.    Anspruch auf Beförderung besteht soweit nach den Vorschriften des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) und den auf Grund dieses Gesetzes erlassenen Rechtsvorschriften sowie der Eisenbahnverkehrsordnung eine Beförderungspflicht gegeben ist. Sachen und Tiere werden nur nach Maßgabe der §§ 10 und 11 befördert.

2.    Ein Anspruch auf Beförderung besteht, wenn die Beförderung mit fahrplanmäßig eingesetzten Fahrzeugen möglich ist und nicht durch Umstände verhindert wird, z.B. Streiks, Naturereignisse wie Straßenglätte, Schnee oder Überschwemmungen, welche das Verkehrsunternehmen oder dessen Beauftragter nicht abwenden und denen es auch nicht abhelfen kann.

§ 3    Von der Beförderung ausgeschlossene Personen

1.    Personen, die eine Gefahr für die Sicherheit oder Ordnung des Betriebes oder für die Fahrgäste darstellen, sind von der Beförderung ausgeschlossen, insbesondere
a.    Personen, die unter dem Einfluss alkoholischer Getränke oder berauschender Mittel stehen,
b.    Personen mit ansteckenden Krankheiten,
c.    Personen mit Schusswaffen, es sei denn, dass sie zum Führen von Schusswaffen berechtigt sind.

2.    Kinder bis zum vollendeten 4. Lebensjahr werden nur in Begleitung einer Aufsichtsperson befördert. Als Aufsichtsperson im Sinne dieses Absatzes gelten nur Personen im mindestens schulpflichtigen Alter.

3.    Über den Ausschluss von der Beförderung entscheidet das Fahr- oder Aufsichtspersonal (in der Folge "Personal" genannt). Auf seine Aufforderung sind das Fahrzeug bzw. die Betriebsanlagen zu verlassen.

§ 4    Verhalten der Fahrgäste

1.    Fahrgäste haben sich bei Benutzung der Betriebsanlagen, Betriebseinrichtungen und Fahrzeuge so zu verhalten, wie es die Sicherheit und Ordnung des Betriebs, ihre eigene Sicherheit und die Rücksicht auf andere Personen erfordert. Anweisungen des Personals ist Folge zu leisten.

2. Fahrgästen und anderen Personen ist insbesondere untersagt,

a. sich während der Fahrt mit dem Fahrzeugführer zu unterhalten,
b. die Türen während der Fahrt und außerhalb der Haltestellen eigenmächtig zu öffnen,
c. Gegenstände aus den Fahrzeugen zu werfen oder hinausragen zu lassen,
d. während der Fahrt auf- oder abzuspringen,
e. ein als besetzt bezeichnetes Fahrzeug zu betreten,
f. die Benutzbarkeit der Betriebsanlagen, Betriebseinrichtungen und Fahrzeuge, insbesondere der Durchgänge und der Ein- und Ausstiege, zu beeinträchtigen,
g. in hierfür nicht besonders gekennzeichneten Fahrzeugen oder Abteilen zu rauchen
h. Tonwiedergabegeräte, Rundfunkgeräte, Fernsehgeräte, Musikinstrumente oder lärmerzeugende Gegenstände zu benutzen,
i.  den besonderen Bahnkörper außerhalb der Übergänge zu betreten und zu überqueren,
j.  Rad, Rollschuh, Inlineskate oder Roller (Scooter/Cityroller), ebenso Skate-, Snake- oder Kickboard im Bereich von Bahnhöfen, Haltestellen sowie in Fahrzeugen zu fahren,
k. sich über die Verbote des Einnehmens von Speisen und Getränken sowie der Benutzung von Mobiltelefonen – diese Verbote können von den einzelnen Verkehrsunternehmen oder deren Beauftragten getroffen werden – hinwegzusetzen,
l. zu betteln,
m. in den Fahrzeugen und auf der Betriebsanlage Waren, Dienstleistungen (auch unentgeltlich, z.B. musizieren) oder Sammlungen ohne Erlaubnis des Verkehrsunternehmens anzubieten bzw. durchzuführen.

3.    Die Fahrgäste dürfen die Fahrzeuge nur an den Haltestellen betreten und verlassen; Ausnahmen bedürfen der Zustimmung des Personals. Soweit besonders gekennzeichnete Eingänge oder Ausgänge vorhanden sind, sind diese beim Betreten bzw. Verlassen der Fahrzeuge zu benutzen. Es ist zügig ein- und auszusteigen sowie in das Wageninnere aufzurücken. Wird die bevorstehende Abfahrt angekündigt oder schließt sich die Tür, darf das Fahrzeug nicht mehr betreten oder verlassen werden. Jeder Fahrgast ist verpflichtet, sich im Fahrzeug stets einen festen Halt zu verschaffen.

4.    Die Beaufsichtigung von Kindern obliegt den Begleitern. Sie haben insbesondere zur Sicherheit der Kinder dafür zu sorgen, dass die Kinder nicht auf den Sitzplätzen knien oder stehen.

5.    Verletzt ein Fahrgast trotz Ermahnung die ihm obliegenden Pflichten nach den Absätzen 1. bis 4., so kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden.

6.    Bei Straftaten und Ordnungswidrigkeiten hat das Personal das Recht nach § 229 BGB bzw. § 127 Absatz 1 und 3 StPO, die Personalien festzustellen oder / und die Verursacher bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

7.    Bei Verunreinigung von Betriebsanlagen, Betriebseinrichtungen oder Fahrzeugen wird ein Reinigungsentgelt von mindestens 20,00 €, bzw. nach Aufwand fällig. Weitergehende Ansprüche bleiben unberührt.

8.    Beschwerden sind grundsätzlich – außer in Fällen des § 6 Absatz 7, des § 7 Absatz 2 und des § 8 Absatz 2 – nicht an das Fahrpersonal, sondern an das Aufsichtspersonal zu richten. Soweit Beschwerden nicht durch das Aufsichtspersonal erledigt werden können, sind sie unter Angabe von Datum, Uhrzeit, Wagen- und Linienbezeichnung an das Verkehrsunternehmen zu richten. Auf Verlangen des Fahrgastes hat das Personal Namen oder Dienstnummer bzw. die Wagennummer und die vorgesetzte Dienststelle anzugeben.

9.    Wer missbräuchlich die Notbremse oder andere Sicherheitseinrichtungen betätigt, hat – unbeschadet einer Verfolgung im Straf- oder Bußgeldverfahren und weitergehender zivilrechtlicher Ansprüche – einen Betrag von 200,00 Euro zu zahlen, es sei denn, der Fahrgast weist nach, dass der Eisenbahn ein Schaden oder eine Wertminderung überhaupt nicht entstanden oder wesentlich niedriger sei.

10. Nur mit Genehmigung des Verkehrsunternehmens dürfen in den Fahrzeugen und auf den Betriebsanlagen Waren oder Zeitschriften angeboten oder Sammlungen
Beschädigt ein Fahrgast schuldhaft Fahrzeuge oder Betriebsanlagen, hat er den so verursachten Schaden zu ersetzen.

§ 5    Zuweisung von Wagen und Plätzen.

1.    Das Personal kann Fahrgäste auf bestimmte Wagen oder Plätze verweisen, wenn dies aus betrieblichen Gründen oder zur Erfüllung der Beförderungspflicht notwendig ist.

2.    Ein Anspruch auf einen Sitzplatz besteht nicht.

§ 6    Beförderungsentgelte, Fahrausweise, deren Verkauf und Entwertung

1. Für die Beförderung sind die festgesetzten Beförderungsentgelte zu entrichten. Hierfür werden Fahrausweise angeboten. Die Fahrausweise werden im Namen und für Rechnung der in § 1 Abs. 1 genannten Verkehrsunternehmen verkauft.

2.    Der Fahrgast hat den Fahrausweis bis zur Beendigung der Fahrt aufzubewahren und ihn dem Personal auf Verlangen unverzüglich zur Prüfung vorzuzeigen oder auszuhändigen. Der Fahrgast muss vom Antritt bis zur Beendigung der Fahrt im Besitz eines zur Fahrt gültigen Fahrausweises sein.

3. Kommt der Fahrgast seinen Pflichten nach den Absätzen 1 und 2 trotz Aufforderung nicht nach, kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden.

4. Beanstandungen des Fahrausweises sind unverzüglich anzubringen. Spätere Beanstandungen bleiben unberücksichtigt.

§ 7    Zahlungsmittel

1.    Für den Verkauf von Fahrausweisen durch das Personal gilt folgendes: Das Fahrgeld soll abgezählt bereitgehalten werden. Das Personal ist nicht verpflichtet, Geldbeträge über € 10 zu wechseln und Eincentstücke im Betrag von mehr als 10 Cent sowie erheblich beschädigte Geldscheine und Münzen anzunehmen. Soweit das Personal Geldbeträge über € 10 nicht wechseln kann, ist dem Fahrgast eine Quittung über den zurückbehaltenen Betrag auszustellen. Das Wechselgeld kann unter Vorlage der Quittung bei dem ausgebenden Verkehrsunternehmen abgeholt werden. Ist der Fahrgast mit dieser Regelung nicht einverstanden, hat er das Fahrzeug zu verlassen.

2.    Beanstandungen der ausgegebenen Fahrausweise, des Wechselgeldes oder der vom Personal ausgestellten Quittung müssen sofort vorgebracht werden.

3.    Das Fahrgeld muss bar oder kann, falls die technischen Voraussetzungen gegeben sind, bargeldlos entrichtet werden. Eine Kombination beider Zahlungsmittel in einem Verkaufsvorgang ist nicht möglich.

§ 8 Erstattung von Beförderungsentgelt

Eine Erstattung von Fahrkarten des Dampfzugverkehrs ist gemäß 2.1.6 der Tarifbestimmungen ausgeschlossen.

§ 9 Beförderung von Sachen

1. Ein Anspruch auf Beförderung von Sachen besteht nicht.
Die Mitnahme von Fahrrädern ist in Ziffer 2.1.7 der Tarifbestimmungen näher geregelt.

2.    Von der Beförderung sind gefährliche Stoffe und gefährliche Gegenstände ausgeschlossen. Insbesondere

a. explosionsfähige, leicht entzündliche, radioaktive, übelriechende oder ätzende Stoffe,
b. unverpackte oder ungeschützte Sachen, durch die Fahrgäste verletzt werden können,
c. Gegenstände, die über die Wagenumgrenzung hinausragen.

3.    Die Mitnahme von Rollstühlen von Behinderten und Kinderwagen für mitreisende Kinder richtet sich nach 2.1.8 der Tarifbestimmungen.

§ 10 Beförderung von Tieren

1.    Für die Mitnahme von Tieren gilt § 9 Absatz 1 und 3 sinngemäß.

2.    Hunde werden nur unter Aufsicht einer hierzu geeigneten Person und angeleint befördert. Hunde, die Fahrgäste gefährden können, müssen einen Maulkorb tragen. Im Zweifel entscheidet das Fahr- bzw. Begleitpersonal über die Maulkorbpflicht und die Mitnahme von Hunden.

Darüber hinaus dürfen größere Hunde angeleint mitgenommen werden, wenn nach der Beurteilung des Fahr- bzw. Begleitpersonals genügend Platz vorhanden ist.

Die Mitnahme von Hunden mit gesteigerter Aggressivität und Gefährlichkeit (Kampfhunde im Sinne der Polizeiverordnung über das Halten von gefährlichen Hunden – Kampfhundeverordnung) ist im Dampfzug ausgeschlossen.

3.    Blindenführhunde, die einen Blinden begleiten, sind zur Beförderung stets zugelassen.

4.    Tiere dürfen nicht auf Sitzplätzen untergebracht werden.

§ 11 Fundsachen

1.    Fundsachen sind gem. § 978 ff BGB unverzüglich beim Personal abzuliefern. Sofortige Rückgabe an den Verlierer durch das Personal ist zulässig, wenn sich der Betroffene zweifelsfrei als der Verlierer ausweist. Eine Fundsache wird an den Verlierer durch das Fundbüro des Verkehrsunternehmens oder das örtliche Fundbüro zurückgegeben, in dessen Betriebsanlagen, Betriebseinrichtungen oder Fahrzeugen die Sache gefunden wurde und zwar gegen Zahlung eines Entgelts für die Aufbewahrung. Der Verlierer hat den Empfang der Sache schriftlich zu bestätigen. Der Verlierer hat zur Wahrung der Ansprüche des Finders bei Aushändigung des Fundgegenstandes in jedem Fall seine vollständige Adresse anzugeben und sich auszuweisen.

2.    Die Aufbewahrungs- und Verwaltungsgebühr für Fundsachen ist in der Entgelttabelle aufgeführt. Sie beträgt neben etwaiger Barauslagen bei Bargeld 3 % des Wertes, mindestens jedoch € 0,50. Geringwertige Fundsachen bis zu einem Wert von € 2,50 können dem Verlierer unentgeltlich zurück gegeben werden.

Bei nicht von den Verkehrsunternehmen betriebenen Fundbüros gelten die dort festgelegten Aufbewahrungsfristen und Entgelte.

§ 12    Haftung

1.    Im Schienenverkehr haftet das Verkehrsunternehmen bei schuldhafter Verletzung wesentlicher Vertragspflichten, d.h. Vertragspflichten, deren Erfüllung dem Vertrag das Gepräge gibt und die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglichen, nach Maßgabe der gesetzlichen Vorschriften. Soweit dem Verkehrsunternehmen kein vorsätzliches Verhalten zur Last fällt, haftet es nur für den typischerweise eintretenden vorhersehbaren Schaden.
2. Das beteiligte Verkehrsunternehmen haftet für alle übrigen Pflichtverletzungen nur, wenn ein Schaden durch das Verkehrsunternehmen, eines seiner gesetzlichen Vertreter oder durch einen Erfüllungsgehilfen vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht worden ist.
3.    Die Haftung wegen Verspätungen und wegen schuldhafter Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit bleibt unberührt. Soweit vorstehend nichts Abweichendes geregelt ist, sind Schadensersatzansprüche das Verkehrsunternehmen aus Pflichtverletzungen im Schienenverkehr ausgeschlossen.

§ 13 Verjährung

Die Verjährung richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen.

§ 14 Ausschluss von Ersatzansprüchen

Abweichungen von Fahrplänen durch Verkehrsbehinderungen, Arbeitskämpfe, (mit Ausnahme von Aussperrungen durch das Verkehrsunternehmen, mit dem der Kunde den Beförderungsvertrag geschlossen hat), höhere Gewalt, Fahrtausfälle, Betriebsstörungen oder -unterbrechungen sowie Platzmangel begründen keinen Ersatzanspruch und keine Erstattung eines für diesen Zeitraum entrichteten Beförderungsentgeltes, soweit nachfolgend nichts Abweichendes bestimmt ist. Insoweit wird auch keine Gewähr für das Einhalten von Anschlüssen übernommen.

Die Verkehrsunternehmen haften nicht für Unrichtigkeiten im Fahrplan oder falsche Auskünfte, es sei denn, dass eine vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzung des Verkehrsunternehmens oder vorsätzliche oder grob fahrlässige Pflichtverletzung eines gesetzlichen Vertreters oder Erfüllungsgehilfen des Verkehrsunternehmens vorliegt.

§ 15    Genehmigung und Inkrafttreten

Vorstehende Beförderungsbedingungen wurden von der Tarifaufsichtsbehörden dem Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg genehmigt. Sie treten am 1.Mai 2012 in Kraft.

Barrierefrei auf dem Alb-Bähnle

Sehr geehrte Reisende,

um auch mobilitätseingeschränkten Personen wie Behinderte, Rollstuhlfahrer, aber auch älteren Menschen die Freude am Museumszug zu ermöglichen informieren wir Sie hier über unsere Bemühungen eine möglichst weit reichende Barrierefreiheit zu schaffen.


Zugang zu den Bahnsteigen

Die Bahnsteige der Bahnhöfe haben folgende Höhe über Schienenoberkante:

Amstetten:    14 cm
Oppingen:      0 cm

Amstetten:

Der Zugang zum Bahnsteig in Amstetten erfolgt von der Industriestraße aus über den schienengleichen Bahnsteigzugang. Der Höhenunterschied zur Bahnsteigkante ist als Schräge ausgebildet. Der Höhenunterschied beträgt hier 14 cm

amst1


 

Oppingen:

Der Bahnsteig in Oppingen ist von der Straße aus ohne Höhenunterschied frei zugänglich.

Zugang zu den Infrastruktureinrichtungen

Die Parkplätze beim Bahnhof Amstetten gehören zur Mehrzweckhalle der Gemeinde Amstetten. Es stehen genügend Parkplätze zur Verfügung, sodass auch Fahrzeuge von behinderten Personen problemlos abgestellt werden können.
Im Bahnhofsbereich in Oppingen sind keine Parkplätze vorhanden.

Der Fahrkartenschalter in Amstetten steht direkt am Bahnsteig und ist daher ohne Höhenunterschied frei zugänglich.
In Oppingen ist kein Fahrkartenschalter vorhanden. Fahrkarten werden hier vom Schaffner am Bahnsteig oder direkt im Zug verkauft.

Zugang zu den Zügen

Da in jedem öffentlich zugänglichen Zug für Personenbeförderung mindestens vier Personen an Personal vorhanden sind, ist immer genügend Kapazität vorhanden, um die mobilitätseingeschränkten Reisenden vor und während der Fahrt zu betreuen. (z.B. Einstiegshilfe, oder Hilfeleistung am Bahnsteig)
Zur Beförderung von Rollstuhlfahrern stehen zwei hierfür geeignete Wagen zur Verfügung: Ein Personenwagen mit Gepäckabteil, durch dessen Türe ein Rollstuhl hinein gehoben werden kann, und ein Gepäckwagen der durch Notsitze zur Personenbeförderung hergerichtet und zugelassen ist.

An den Bahnsteigen sind keine Sicherheitslinien (taktile Streifen) angebracht, da erstens die Geschwindigkeit nur maximal 30km/h beträgt und zweitens die Bahnsteigflächen nur mit Splitt befestigt sind.

Information der Reisenden

An jedem Bahnhof wird der Bahnhof-Name durch den Zugführer ausgerufen.
Darüber hinaus sind für hörbehinderte Personen die Bahnhofnamen gut sichtbar am Unterstand des Bahnhof Amstetten und am Bahnhofsgebäude Oppingen angebracht.

Sehbehinderte Personen

Alle Züge der Museumsbahn sind stets begleitet (Zugführer, Schaffner). Alle Betriebspersonale sind angewiesen, sich besonders um sehbehinderte Reisende zu
kümmern.

Kostenlose Beförderung in öffentlichen Verkehrsmitteln

Das Alb-Bähnle wird ausschließlich von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben und nur durch die Fahrgeldeinnahmen ist der Erhalt für weitere Generationen möglich.
Es handelt sich beim Alb-Bähnle um eine Museumsbahn, also um einen Freizeitbetrieb und nicht um ein Verkehrsmittel im Sinne des §147 SGB IX.
Vom Land Baden Württemberg werden keine Ausgleichszahlungen geleistet.
Wir bitten deshalb um Verständnis, dass eine kostenlose Beförderung von Personen gemäß §145 Abs.1 SGB IX im Alb-Bähnle nicht möglich ist.

Verbesserungsvorschläge:

Sehr geehrte Besucher dieser Seite oder unserer Bahn.

Wir möchten uns ständig verbessern und unser Angebot möglichst gut auf ihre Wünsche abstimmen. Nur durch ihre konstruktive Kritik können wir das tun.

Wenn es etwas gibt das wir aus ihrer Sicht verbessern sollten, sei es bei unserem Internetauftritt, oder beim Alb-Bähnle selbst, dann lassen Sie es uns wissen.MMM

Beschreibung der Strecke Amstetten-Oppingen

Bahnanlagen der Meterspurbahn

In Amstetten präsentieren sich die Anlagen der Schmalspurbahn gegenüber der WEG -Betriebszeit fast unverändert: Parallel liegen das Bahnsteig- und ein Umsetzgleis mit einem Stumpfgleis Richtung Süden. Nach Norden schließen sich die beiden Zufahrtsgleise zu den Rollbockgruben an, daneben liegen zwei weitere Abstellgleise. Früher waren diese am nördlichsten Ende wieder durch eine Weiche miteinander verbunden und führten zu einem Ausziehgleis, über das eine heute noch vorhandene Rampe zur Verladung von Schmalspurfahrzeugen auf Transportwagen der Normalspur erreicht wurde. An das linke Stumpfgleis schließt sich seit Herbst 1992 die von den UEF erbaute Fahrzeug- und Werkstatthalle an.

Ein eigenartiges Relikt stellt die handbediente Drehscheibe in diesem Stumpfgleis dar, welche nicht etwa zum Wenden von Dampfloks diente: Vielmehr hatte die WEG auf der Suche nach einem billigen Dieselfahrzeug 1954 einen Überlandbus erworben, die Lenkeinrichtung ausgebaut, stattdessen Spurkranzräder montiert und somit einen kuriosen Schienenbus daraus gebastelt. Weil der Bus nur ein Bedienpult besaß, schuf die WEG-Hauptwerkstatt Neuffen aus Teilen einer Brückenwaage und von Feldbahnloren zwei dieser Drehscheiben einfachster Bauart - so kurz, daß dessen Räder gerade darauf paßten. In den Endpunkten Amstetten und Laichingen war jeweils eine Scheibe installiert, wo nach jeder Fahrt das Personal den Schienenbus wenden mußte. Für die Museumsbahn ist die Einrichtung ohne Nutzen, wird aber als Beispiel für die sparsame Betriebsführung beibehalten.


In der Anfangszeit existierte nur eine Rollbockgrube, ferner eine überdachte Rampe an den Gleisen 3 und 4 für den Warenumschlag zwischen Normalspur- und Schmalspurwagen, sowie zwei Umladekräne. Eigene Hochbauten besaß die WEG hier nicht; Warteraum und Fahrkartenausgabe fanden die Fahrgäste im Empfangsgebäude der Staatsbahn, das über den 1981 abgebrochenen Fußgängersteg (jetzt Unterführung) zu erreichen war.

In Oppingen besteht lediglich ein Umfahrgleis für die Lok. Das ursprünglich in Richtung Amstetten abzweigende Stumpfgleis ist längst entfernt, ebenso die einst vorhandene Rollbockgrube. Damit war es möglich, Normalspurwagen zur Entladung abzusetzen, während man die Rollböcke anderweitig verwenden konnte. Das Bahnhofsgebäude dient als "Vereinsheim" und zur Bewirtung der angereisten Fahrgäste.

Das UEF-Schmalspurbahn-Vereinsheim im Oppinger Bahnhofsgebäude

Der Oberbau, also die Gleise mit Schotter, besteht aus Schmalspurgleisen mit 1000 mm Spurweite. Die Schienen haben vorwiegend die preußische Form 6 d (1 Meter Schienenprofil wiegt 33,4 kg) und wurden meist in den fünfziger und sechziger Jahren als Ersatz für das ursprüngliche Material verlegt, sind selbst jedoch erheblich älter. Teergetränkte Buchenholzschwellen bilden den Gleisrost, lediglich die Weichen haben teilweise eiserne Schwellen und stammen von der Joseph Vögele AG, Mannheim. Den weißen Kalksteinschotter besitzen in Deutschland wohl nur die Bahnen auf der Schwäbischen Alb, weil man das Bettungsmaterial von nahegelegenen Steinbrüchen bezog. Die geringe Druckfestigkeit des Kalksteins reichte für die geringen Achslasten auf den Nebenbahnen aus.


Fernbetätigte Signale und sonstige Zugsicherungseinrichtungen gibt es nicht, mit Ausnahme der Trapeztafeln vor den Bahnhöfen. Auch die Bahnübergänge sind nur durch Andreaskreuze gesichert, was bei dem geringen Betriebsumfang völlig ausreicht.

(Aus: Das Alb-Bähnle, von Hans-Joachim Knupfer)

 

Das Streckenende in Oppingen

 

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Information und Anmeldung

Für Reservierungen, Buchung, Sonderfahrten:

Ulmer Eisenbahnfreunde e.V. • Sektion Alb-Bähnle • Heinrich Biro • Drosselweg 13 • 73340 Amstetten • Tel. 07331/7979 oder per Email unter alb-baehnle@uef-dampf.de

Sektionsvorsitzender: Heinrich Biro
Postadresse: UEF "Sektion Alb-Bähnle" • Industriestraße 41 • 73340 Amstetten